Vera Schroeder, SZ:

‘”Du sollst nicht langweilen” ist für vieles schon ein sehr guter, auch ein sehr anspruchsvoller Rat.’

Was ist guter Journalismus?
Unabhängiger Journalismus, in ganz vielen Weisen, vor allem aber auch in dem Sinne, dass der Autor selbst denken muss. Klingt banal, ist es überhaupt nicht.

(Wie) Ist Ihnen persönlich das Internet dabei eine Hilfe?
Komische Frage. Ist ein Werkzeug, dass man für den Beruf heute genauso braucht wie einen Stift oder seinen Mund oder einen Bürostuhl. Darüber hinaus ist es ein neuer Vertriebsweg, der in alle möglichen Richtungen funktioniert und der ganz neu und anders bespielt werden kann. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Was ist der beste Weg in den Beruf?
Man muss irgendwie herausfinden, ob man den Eigenantrieb, von dem dieser Beruf (zumindest in seiner oft idealisierten Ausführung) so stark abhängt, langfristig gerne und immer wieder herstellen kann. Also Praktika und ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren.

Welchen Ratschlag, welche Regel oder welche Routine befolgen Sie?
Billy Wilders “Du sollst nicht langweilen” ist für vieles schon ein sehr guter, auch ein sehr anspruchsvoller Rat.

Wie geht’s weiter?
Mit unserem Beruf? Spannend wird’s! Ich mag es ja, dass wir gerade gezwungen sind, wahrscheinlich so ziemlich alles, was wir seit Jahrzehnten machen, einmal umzudrehen und neu zu denken. Und dann zu gucken, wo man wieder rauskommt.


Vera Schroeder, Süddeutsche Zeitung